Montag, 31. Dezember 2012

FÜNFUNDFÜNFZIG

Ein Jahr ist vorbei.
Ein Jahr voller Höhen und Tiefen, voller Freundschaft und Verachtung, mit einer Prise Traurigkeit und einem großen Schuss Glück.
Ich habe in diesem einen Jahr geschafft, mich selbst kennenzulernen, ich habe Menschen getroffen, die mir die Augen geöffnet haben und mein Herz auf eine Weise berührten, von der ich es nie für möglich gehalten habe, dass sie existiert.
Ich habe geliebt in diesem Jahr, Gott, was habe ich geliebt. Doch Liebe und Leid kommt nur im 2er-Pack.
Viele Herzen sind 2012 gebrochen, viele Male war es meins. Aber ein Mensch unter all den Milliarden von Menschen hat mich gerettet. Hat mich aus der Scheiße gezogen, in der ich knietief stand, mich vorm Ertrinken in meinen Sorgen gerettet. Er hat mich zum Lachen gebracht, mir in den traurigen Tagen ein Licht in der Dunkelheit geschenkt und mein Herz gewärmt.
Aber auch alte Freundschaften wurden gefestigt. Bekannte wurden zu Freunden, Freunde wurden zu Söhnen, aus zwei Gruppen wurde eine Gemeinschaft.
Und dann gibt es noch David. David, der mich aufgebaut hat, mir immer ein Lachen beschert, wenn ich es brauche, mir seine Schulter zum Weinen schenkt. Er ist mein zweites Zuhause geworden. Home is where the heart is.
Danke 2012 für all deine Ecken und Kanten. Für das Lachen und Weinen. Für Liebe und Hass und für die grandiose Silvesterparty, die heute Abend kommt.
Danke & Fuck off.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

VIERUNDFÜNFZIG

Der Drehstuhl quietscht leise und sackt leicht nach unten, als ich mich auf ihm niederlasse. Ich blicke auf die Uhr - 10.35 und ein paar zerquetschte Minuten. Seufzend stecke ich mir eine Lucky Strike in den Mund, suche nach einem Feuer, nehme schließlich mit einem prüfenden Blick in den Überwachungsmonitor ein Feuerzeug aus dem Regal.
Der erste Zug schmeckt bei Luckys immer nach nichts. Ich betrachte die Spitze, um mich davon zu überzeugen, dass sie auch wirklich brennt. Der blaue Rauch streicht über meine Wangen, wandert höher, bis er zu meinen Augen gelangt. Ich huste einmal und blinzel, denn der Qualm der Zigarette lässt meine Augen tränen.
Noch ein Zug, dann schnappe ich mir meine Kaffeetasse, in der löslicher Netto-Cappuccino, übersüßt mit 3 Stück Zucker, herumschwimmt, nehme einen hastigen Schluck und verbrenne mir die Zungenspitze.
Leise fluchend blicke ich aus der Fensterscheibenfront, sehe die Menschen im Weihnachtsstress vorbeihasten, ab und an einen flüchtigen Blick in den Laden werfend, aber niemand kommt herein.
Wie im Zeitraffer ziehen die Minuten an mir vorbei. Meine Augen wandern von der Uhr, zum Monitor, zur Fensterfront, auf mein Handy und wieder zurück und die Einsamkeit überfällt mich.
Ich sehe die gehetzten Gesichter der Menschen, sehe den Stress, den Frust. Fühle den ganzen Ärger, will mich am liebsten verkriechen.
Das ist keine Liebe mehr. Das ist nur noch Geld.

Sonntag, 9. Dezember 2012

DREIUNDFÜNFZIG

Die große schwere weiße Tür des Büros meines Schulleiters öffnet sich. Streng sieht er zu mir hinunter, dann wandert der Blick zu meiner Mama.
"Guten Tag Frau G., schön, dass Sie hier sind, es wird höchste Zeit, dass wir über Ihre Tochter reden."
Mama blickt zu mir rüber, ich schlucke. Dieses Augenbrauenzucken kenne ich, das heißt nichts gutes.
"Nehmen Sie doch Platz."
Ich setze mich auf den Stuhl, der am nächsten an der Tür steht, gleite aus meinem Mantel, verschränke die Beine und Finger.
"Es geht um die Fehlzeiten von Jessica."
Fuck. Ich hab doch extra erklärt, warum ich so oft nicht in der Schule bin.
Unsere stellvertretende Schulleiterin sieht mich an. "Ich habe doch erst letzte Woche mit dir darüber geredet, und jetzt fehlst du schon wieder 2 Tage hintereinander."
Was soll ich denn machen? Ich habe halt nicht die Kraft, jeden Scheiß morgen aufzustehen und so tun, als würde es mir blendend gehen. 
Aber ich nicke bloß mit dem Kopf, blicke stur auf meine Knie. Ich will niemanden ansehen.
"Darf ich dich noch was fragen?" Ich nicke wieder.
"In welchem Sportkurs bist du?"
Shit. Genau darum hätte ich mich kümmern müssen. Hätte zu den Sportlehrern gehen sollen. Aber ich war zu beschäftigt damit, überhaupt irgendwo zu erscheinen.
-"Ich weiß es nicht." flüstere ich.
-"Das habe ich mir gedacht" antwortet sie.
"Jessica," fängt mein Schulleiter an, " bei Ihrem Pensum an Fehlzeiten können Ihre Lehrer Sie nicht mehr bewerten. Sie stehen in zu vielen Kursen bei 0 Punkten."
Oh verdammte Scheiße...
"Wie verbleiben wir jetzt?" fragt er mich.
Ich schlucke. Versuche, die Wut auf mich selbst runterzuschlucken, die Angst, die Tränen.
"Fachabi?" bringe ich hervor.
"Den theoretischen Teil haben Sie ja bereits mit Beendung der 11. Klasse erreicht. Nun fehlt Ihnen nur noch der praktische Teil. Entweder ein einjähriges Praktikum oder eine zweijährige Ausbildung. Die Entlassungspapiere für die Schule gebe ich Ihnen gleich mit, füllen Sie sie aus und bringen Sie sie morgen ins Sekretariat."
Ich stehe auf, nehme die Papiere an mich. "Alles Gute für Ihren weiteren Weg." höre ich meinen Rektor noch sagen, aber in dem Moment klingt es wie bloßer Hohn.
Meine Mama blickt mich an, leicht schockiert.
"Das war ein Rausschmiss" sagt sie.

Sonntag, 2. Dezember 2012

ZWEIUNDFÜNFZIG

In einem Land, in dem die Menschen halbe Herzen sind, auf der Suche nach der passenden Hälfte, trafen zwei Herzen aufeinander. Sie verglichen ihre Kanten und merkten, dass sie für einander infrage kamen.
Glücklich darüber, sich gefunden zu haben, wanderten sie durch die Welt.
Über Berge und durch Täler, durch Sümpfe, Wälder, Wüsten, Steppen. Kein Feld war zu groß, kein Fluss zu tief, als dass sie ihn nicht hätten meistern können.
Doch die Abenteuer trugen Strapazen mit sich, die holprigen Wege und der raue Wind hatten Spuren an der perfekten Symbiose. Die Kanten, die früher perfekt ineinander passten, fingen an zu bröckeln, die Perfektion bekam Risse.
Und plötzlich stolperte die eine Hälfte, stauchelte, konnte grade so von ihrem Gegenstück am Fallen gehindert werden.
Das machte die erste Hälfte nachdenklich. Was, wenn ich wieder stolpere? Was, wenn ich falle und ihn mit mir ziehe? Dann zerpringen wir beide und das nur meintewegen.
Also entschied sich die erste Herzhälfte dafür, die zweite Hälfte ziehen zu lassen, so sehr es sie zerreißen würde.
Anfangs wehrte sich die zweite Hälfte gegen die Entscheidung: Ich fang dich, ich versprechs, du wirst nicht fallen. Doch die erste Hälfte wusste, es war bloß eine Frage der Zeit, bis auch er sie nicht mehr halten konnte.
Traurig drehte sich die zweite Hälfte um, ging ein paar Schritte und blieb stehen. Langsam drehte er sich um und trat der ersten Hälfte in den Bauch. Sie zersprang.
Do you think this is a motherfucking game?

Freitag, 23. November 2012

EINUNDFÜNFZIG

Ich trete aus der Tür, eine kalte Wand aus frostiger Luft raubt mir den Atem, kurz erschaudere ich. Den Mantel enger gezogen, Play auf meinem iPod gedrückt und mit den Händen in den Jackentaschen mache ich mich auf den Weg. I'll be your Mega Man, you'll be my Princess Peach in meinem Ohr wandere ich die menschenleeren Straßen entlang.
Am Himmel sind keine Wolken zu sehen, kleine weiße Lichter blitzen auf dem Teppich aus Dunkelheit auf, als würden sie versuchen, die Leere wegzublitzen, aber es ist aussichtslos.
'In sternenklaren Nächten ist es immer kälter.' schießt es mir durch den Kopf und ich zittere noch einmal.
Noch zwei Tage. Zwei verdammte Tage und der schlimmste Tag des Jahres beginnt. Bei diesem Gedanken muss ich schlucken, ein Klumpen Bitterkeit, Trauer und Wut bildet sich in meinem Hals, schnürt mir die Luft ab, ich merke, wie meine Beine zittern, jeder Schritt immer anstrengender wird. Ich stütze mich an einer Hauswand ab, versuche, mich zu beruhigen, aber das Zittern hört nicht auf. Die Augen geschlossen, atme ich tief durch, den Klumpen aus Erinnerungen weg.
Nach einer Weile legt sich das Herzklopfen, das Zittern lässt ein wenig nach, doch dafür spüre ich, wie etwas Nasses meine Wange herunterläuft.
'Shit!' denke ich. 'So kannst du nicht nach Hause gehen.'
Und leise singt Left Boy let me play you like a fuckin' Video game in mein Ohr.

Donnerstag, 15. November 2012

FÜNFZIG


Mein Mund fühlt sich trocken an. Ich schlucke ein paar Mal, um den bitteren Geschmack zu vernichten. Der Geschmack von Trauer ist immer bitter.
Meine Hände zittern. Ich denke an letztes Jahr. Eine leise Stimme flüstert mir Wörter ins Ohr, die Worte, die ich nie wieder hören wollte, die Worte, die so viel kaputt gemacht haben.
Die Welt verschwimmt vor meinen Augen.
Nicht auch du denke ich. Ich will dir nicht wehtun.
In meinem Kopf überschlagen sich die Gedanken, ich weiß, dass du mich nicht verstehst, wie auch?
Wie kannst du wissen, wer ich bin, wie ich bin, wenn der Winter beginnt.
Dieser verdammte Winter. Der mir die Luft zudrückt, mich zu einem Menschen macht, der ich nie sein wollte.
Ich sehe ins Leere, meine Seele findet keinen Halt in der Welt. Die Wahrheit verdreht sich, Illusionen trüben meinen Blick. Vor meinem inneren Auge seh ich dich, jedes Detail deines Gesichts. Wie gern hätte ich dich noch einmal gesehen, hätte die feinen Linien deiner Züge mit den Fingerspitzen nachgemalt und dein Gesicht in meine Hände genommen, so wie ich es immer tue.
So wie ich es immer tat.
The people close to me say I'm in need of a doctor.

Dienstag, 13. November 2012

NEUNUNDVIERZIG

Der Garten Eden

Nur die Harten kommen in den Garten. Und was gibt es da zur Hölle?! Weint man da nie wieder?
Nein, mein Lieber. Hier ist vom Garten Eden die Rede. Dem Nirvana, dem Paradies, nenn es wie du willst, aber es ist das, was die Menschen hoffen zu erreichen.
Im Garten Eden gibt es kein Leid, kein Hass, kein Krieg, keine Tode, keine Verluste. Aber es gibt im Garten Eden auch keine Freude, keine Liebe, kein Frieden, keine Geburten, keine Gewinne.
Im Garten Eden gibt es das Nichts. Das große, stille, tiefgründige Nichts. Im Garten Eden gibt keine Gefühle, keine Freundschaften.
Nein, mein Kleiner. Der einzige Sinn des Garten Edens ist zu existieren. Er existiert als Hoffnung auf ein besseres Leben, als Entlohnung für all die Scheiße, durch die man gehen muss.
Aber was ist, wenn man nicht bloß existieren möchte? Ich will nicht bloß vor mich hinvegetieren, ich möchte belohnt werden, dafür, dass ich so viel Leid ertrage, so viele Menschen sterben sehe, so viel Hass verspüre.
Ich weiß, dass Freud und Leid nur nebeneinander existieren, aber ich möchte nicht die Freude aufgeben, um das Leid nicht mehr zu fühlen.
Es ist keine Belohnung, nicht mehr zu fühlen, es ist eine Strafe.
Und der Garten Eden ist die Hölle.

Sonntag, 28. Oktober 2012

ACHTUNDVIERZIG

Der kalte Oktoberwind streicht durch mein Haar, meine Hände werden kalt, meine Nase färbt sich rot. Auch die Mauer, auf der ich sitze ist eiskalt. Aber aufstehen geht nicht. Ich sehe an mir herunter, versuche meine Beine und Hände dazu zu bringen, nicht mehr zu zittern, aber es geht nicht.
Nur ein dünner Drahtzaun trennt mich von den Schienen. Zwei Gleise nebeneinander, zwei Zugstrecken, alle zwanzig Minuten ein Zug, der an mir vorbeidonnert.
Wie leicht der nächste Schritt doch wäre. Dieser Zaun ist nichts. Zitternd führe ich meine Zigarette an den Mund und meine Gedanken kreisen um die Schienen.
Ich sehe Dave vor mir, sehe Jonas, sehe alle meine Freunde, fassungslos vor dem weißen Marmor stehen, sehe Verzweiflung, Unverständnis, Trauer in ihren Gesichtern.
Langsam gleite ich von der Mauer, ich habe keine Kraft mehr, mich aufrecht zu halten, kann dem Weinen nicht mehr standhalten.
Zusammengesunken sitze ich vor der Mauer und frage mich, wie lange ich das noch durchhalten soll.

Dienstag, 9. Oktober 2012

SIEBENUNDVIERZIG

Die Sonne geht schon unter, die Nacht setzt langsam ein, als ich durch die Straßen von Hildesheim nach Hause gehe. Es ist unglaublich kalt, der Frost wandert durch die abertausend Kleiderschichten unter meine Haut, ich zittere.
Mein neues Buch an mich gedrückt hetze ich durch die Kälte. Mein Atem bildet kleine weiße Rauchwölkchen, überall sind kleine Wolken aus Atem, schweben in der Dunkelheit aus den Mündern und über die Köpfe der Menschen, als atmeten sie einen Teil ihre Seele aus.
An einer Ampel bleibe ich stehen. Autos fahren an mir vorbei, blinkende Lichter, Gespräche, Hupen, Nebelatem und Menschen um mich herum, aber ich habe nur Augen für dieses Buch.
Langsam fahre ich mit der Hand über den Einband, fühle die eingestanzten Buchstaben auf dem Buchrücken, blättere schnell durch die Seiten, mit der vagen Hoffnung, mir könnte etwas ins Auge springen.
Sanft öffne ich das Buch. Leise ächzend gibt der Leim nach, ich überblättere die ersten Seiten, fühle die Dicke des Papiers. Sie ist perfekt. Ich mag es nicht, wenn Papier zu dick oder zu dünn ist. Zu dünnes Papier reißt zu schnell, zu dickes Papier ist umständlich beim Umblättern und Umständlichkeit kann ich bei 451 Seiten nicht brauchen.
Meine Augen wandern zu den ersten Wörtern der Geschichte:

AIBILEEN


CHAPTER I 

August 1962

Mae Mobley was born on early Sunday Morning in August, 1960. A church baby we like to call it.

Die Ampel springt auf grün, ich schrecke aus meinen Gedanken, schließe das Buch und blicke erneut auf das Cover.
The Help

Sonntag, 23. September 2012

[SECHSUNDVIERZIG]

Die Welt geht zugrunde.
Wir stehen am Ende des Lebens, am Ende des Seins. Und von überall streckt der Tod seine kalten Klauen in Richtung unserer Herzen. Gewehre. Bomben. Angst. Hass. Schreie.
Hatten wir eins Hoffnung, ist sie längst verdorrt, gleicht den dürren Zweigen der Savanne, was einst blühende Oase ward.
Abgase verpesten die Luft, der Smog verdunkelt unsere Stadt, verdüstert die Herzen, erlischt die Flamme des Lebens.
Und der Mensch ist nur noch ein Abbild seiner selbst. Hüllen rennen durch die überfüllten Straßen, seelenlos wandern wir umher. Gebrochen mit uns und unserer Welt haben wir nichts.
Nur ab und an dringt ein Lichtschein an unsere von Leid geplagten Augen.
Dann füllt sich unsere Hülle mit Leben, dann sind wir wieder frei.

Samstag, 15. September 2012

FÜNFUNDVIERZIG

Die Stadt zieht an mir vorbei.
Langsam kommt Dämmerung auf, die Lichter leuchten hell auf dem schwarz-blauen Hintergrund. Ein feiner Film aus Regen legt sich um mich, auf mich, in mich. Ich streiche mir das nasse Haar aus dem Gesicht, nehme mir mein Feuer aus der Lederjacke, zünde mir hinter vorgehaltener Hand eine Zigarette an und beobachte.
Ich höre die Autos, kann hören, wie die Reifen kleine Tropfen aufwirbeln, es zischt ganz leise und winzige Wasserpartikel stäuben in der Luft, wie künstlicher Nebel fliegen sie in die Luft und legen sich zurück auf den Asphalt.
Ich rieche die Autos, rieche die Abgase, das verbrannte Gummi. Aber ich rieche auch die Nacht. Ich atme die Kälte ein, vermischt mit dem Geruch von nassem Gras.
Ich sehe die Autos, sehe, wie die Scheinwerfer die Nacht durchschneiden, erleuchtet von Straßenlaternen, ziehen sie sich durch die Stadt. Eine lange, beleuchtete Allee liegt mir zu Füßen, ein Streifen Licht breitet sich vor mir aus.
Ein weiteres Mal zieh ich an der Zigarette, betaste mein Gesicht. Nass. Salzig und Süß vermischt.
Die Stadt zieht an mir vorbei. Und lässt mich hier zurück.

Sonntag, 2. September 2012

VIERUNDVIERZIG

Mein Kopf dröhnt. Nebelschwaden. Mein Herz schlägt im Takt des Basses. Alles dreht sich. Meine Arme bewegen sich von allein. Mein Körper tanzt. Komm nicht hinterher. Alles dreht sich. Mir wird schlecht. Automatisch gehen meine Füße in Richtung Raucherraum. Die Scheiben klirren. Ich spüre den Bass noch. Lasse mich auf ein Sofa fallen. Tunnelblick. Meine Hände drehen mir eine Zigarette. Alles dreht sich.
Fuck. Meine Gedanken kreisen. Captain. Wodka. Jonas. Jonas.
Ziehe an meiner Zigarette.Spüre den Nikotin kaum. Alles dreht sich. Tunnelblick. Megabreit. Fuck.

Donnerstag, 23. August 2012

DREIUNDVIERZIG

Leicht kribbeln die Sonnenstrahlen auf meiner Haut, das Rauschen der Wellen beruhigt meine Nerven, endlich verstehe ich, was es heißt, seine Seele baumeln zu lassen.
Müde öffne ich meine Augen, blicke durch meine Sonnenbrille, meine 60er Jahre Sonnenbrille, mit dem Sepiaton, der meine Welt in ein beruhigendes Braun taucht.
Gähnend stehe ich auf, schnappe mir eine Zigarette -Marlboro- und hüpfe, tanze, schlittere über den spitzen Kies, zu einer Steinformation.
Ich wähle einen Rostroten, setze mich auf ihn, zünde meine Zigarette an, lasse meine Füße in das warme Wasser hängen, sehe mich um.
Die Kitesurfer fliegen auf ihren Boards durch die Luft, als wär die Schwerkraft abgeschaltet, unter ihren Füßen schäumt das Wasser, das türkisblaue Seewasser, die Luft riecht nach Sommer.
Ich hüpfe von meinem Felsen ins Nasse, gehe ein, zwei Schritte.
Doch auf einmal rutsche ich aus, kann die Balance nicht halten auf dem glitschigen Untergrund, rudere mit den Armen und falle in den Gardasee. Mein kleiner weißer Hund kommt schwanzwedelnd angelaufen, springt mich an, leckt mir durchs Gesicht.
Ich fange an zu lachen, sehe zu meiner Familie rüber, meine Mutter lacht, mein Vater lacht, mein kleiner Bruder lacht.
Endlich, endlich sind wir alle glücklich.
Dankesehr Italien. Danke.

Freitag, 10. August 2012

ZWEIUNDVIERZIG

Michael X - Michael X - Michael X - Michael X - Michael X - Michael X

Wie ein Fötus, die Beine an meinen Bauch gedrückt, die Arme vor meinem Gesicht, liege ich auf meinem Bett. Keinen Millimeter bewege ich mich, zucke nicht mal mit den Augen, als ein Zug laut dröhnend vorbeifährt.
Kein einziger klarer Gedanke in meinem Kopf. Nur Fetzen von Gedachtem, unwirkliche, schemenhafte Bilder vor meinem inneren Auge.
Versuche, danach zu greifen, aber es gleitet durch meine Hände, wie Gedankensand.
Will mich nicht mehr konzentrieren, achte nur noch auf die Musik. Sie füllt mich aus, strömt durch meinen Kopf, meine Arme, meine Beine, mein Herz.
Ich wusste es. Wusste, dass sie kommt, habe die Anzeichen gesehen, aber ich kann nichts dagegen tun.
Langsam schleicht sie sich an, und meine Seele verlangt nach mehr. Nach mehr Traurigkeit, nach mehr Alleinsein, nach mehr Depression.
Nie werd' ich siebenundzwanzig.

Sonntag, 29. Juli 2012

EINUNDVIERZIG


Leise rascheln die Büsche und Bäume im Wind. Ich stehe an deinem kleinen Fenster, beobachte die Wolken vorbeiziehen, mein Kopf ruht an der kühlen Wand.
„ Es riecht nach Regen“ sage ich nach der langen, angenehmen Stille.
„Weißt du noch, wie der Geruch heißt?“ fragst du, ich schüttle den Kopf, bis mir auffällt, dass du das von deinem Bett aus gar nicht sehen kannst, verneine und schließe die Augen.
Ich höre, wie du leise aufstehst, dein Bett ächzt, aber ich drehe mich nicht um.
Langsam gleiten deine Hände über meine Hüften, unter mein -shirt, deine kühlen Hände legen sich auf meinen Bauch und du ziehst mich an dich. Eine Gänsehaut durchfährt mich, als du anfängt, meinen Nacken und meine Schulter zu küssen, meine Augen öffnen sich und ich ziehe dich näher an mich heran, meine Hände ruhen auf deinen Armen und ich schmiege mich an dich.
Eine deiner Hände löst sich aus dieser Umarmung, legt sich an mein Kinn und dreht es behutsam in deine Richtung, ich sehe in dein Gesicht, ein Lächeln umspielt deine Lippen, aber es ist nicht dieses arrogante, überhebliche Lächeln, das ich von dir gewohnt bin, dieses ist neu, anders, liebevoll.
Ich beiße mir auf die Lippe, du machst mich nervös und dein Blick lässt mich zittern.
„ Ich lieb dich.“ sagst du, immer noch mit der Hand an meinem Kinn, mir immer noch in die Augen sehend, immer noch mit diesem neuen Lächeln.
Mein Herz klopft, schlägt, donnert so heftig, dass ich mich frage, weshalb du es nicht hören kannst. Wieder durchschießt mich eine Gänsehautwelle, ich blicke zu Boden, weil ich deinem Blick nie lange standhalten kann.
„ Ich lieb dich auch, Idiot“ flüstere ich.
Deine Hand hebt meinen Kopf, du küsst mich, hebst mich hoch, trägst mich durch dein Zimmer zu deinem Bett, während deine Lippen auf meinen ruhen.
Vorsichtig, als wäre ich aus Glas, legst du mich auf dein Bett, lässt dich neben mir fallen, dein Kopf neben meinem.
Behutsam streichst du mir meine Haare aus dem Gesicht, deine Finger verharren in meinem Nacken, streichen meinen Rücken entlang.
Dann ziehst du mich plötzlich so heftig an dich, als hättest du Angst, ich sei im nächsten Moment nicht mehr neben dir, nicht mehr an deiner Seite.
Ich vergrabe meinen Kopf an deiner Brust, meine Fingerspitzen streichen über deinen Rücken, ich schließe wieder die Augen.
Leise atmest du in mein Ohr und ich weiß, dass ich nie so glücklich war wie jetzt.

Mittwoch, 18. Juli 2012

VIERZIG

Der Monitor verschwimmt vor meinen Augen, Facebook-blau und Facebook-weiß vermischt sich zu einer unidentifizierbaren Masse. Jeder deiner Sätze schneidet ein Stück aus mir heraus, jedes Wort trieft vor Abwertung, Desinteresse, mir wird so schlecht.
Meine Fingernägel bohren sich in meine Handflächen, immer tiefer, aber ich spüre nichts. Kleine rote Halbmonde formen sich, fangen an zu brennen.
Komm mal klar Jessi.
Klar kommen... Wie soll ich klar kommen, wie einen klaren Gedanken fassen, wenn du nicht verstehst, wie sehr du mich verletzt, was deine Sätze in mir auslösen, wie sie mir die Luft nehmen, mich agressiv und so unglaublich traurig zugleich machen. Tu du mir doch bitte nicht auch noch weh! will ich schreiben, aber meine Finger beenden schon den letzten Satz: Gut, dann viel Spaß noch in Zukunft.
Ich schließe die Augen, krümme mich, alles tut weh, will mich nicht bewegen, alles tut weh.
Die Kapuze über den Kopf gezogen kauer ich vor meinem Laptop, fünf Minuten, eine halbe Stunde, ein gesamtes Leben, ich weiß es nicht. Mein Zeitgefühl lässt mich im Stich, meine Welt dreht sich, als hätte ich eine Flasche Wodka getrunken, komm mal klar dröhnt in meinem Kopf, schwirrt umher, dringt in jede Zelle, fließt durch jede Nervenbahn.
Wenn du wüsstest! will ich dir entgegenschreien. Gott, wenn du wüsstest!.
Aber du weißt nicht. Du weißt nichts.

Freitag, 13. Juli 2012

NEUNUNDDREISSIG

Ich liege neben dir im Bett, mein Kopf versinkt an deiner Schulter, deinem Hals. Ich schließe die Augen, meine Hände fahren durch deine Haare, ich kralle mich leicht in deinen Hinterkopf, atme dich ein.
Hmm, ich liebe diesen Geruch, dein Deo, dein Parfüm, ich weiß es nicht, aber es riecht so verdammt lecker.
Nach einer gefühlten Ewigkeit öffne ich meine Augen wieder, sehe dich an, blicke in deine Augen. Deine verdammt blauen Augen, ich habe noch nie so blaue Augen gesehen.
Mein Daumen fährt über deine Wange, ich male deine feine Narbe nach, aber sie macht dich nicht hässlich, nein. Sie macht dich sogar noch schöner,  so herrlich unperfekt.
Ich beiße mir auf die Lippe, unterdrücke ein Lachen und frage mich gleichzeitig, warum ich das Bedürfnis habe, einfach loszulachen. Das ist alles so verdammt kitschig schießt es mir durch den Kopf, ich grinse dich an und zeichne weiter an deiner Narbe.
Du siehst mich an, verziehst deinen Mund zu deinem spöttischen, arroganten Lächeln, streichst mir durch die Haare.
Und dann küsst du mich.

Freitag, 22. Juni 2012

Danke.

Liebste Leser/innen.

Ich habe beschlossen, in den nächsten Monaten nicht mehr zu bloggen, werde vermutlich ganz meinen Blog aufgeben, ganz einfach aus dem Grund, dass ich
1. keine Zeit mehr habe
2. kaum noch kreativ und gut schreibe und
3. keine Kraft mehr habe, mich abends noch hinzusetzen, 1 Stunde vor dem Pc zu verbringen und es mich am Ende ankotzt, dass es eh nicht mehr gut klingt.

Trotzdem möchte ich mich bei euch bedanken.

Danke für 2 Jahre bloggens,
Danke für 14.030 Seitenaufrufe,
Danke für insgesamt 152 Posts,
und Danke für meine süßen 11 Follower.

Sobald ich denke, ich hab wieder Lust, ich will wieder bloggen, ich werde wieder kreativ, werde ich es euch wissen lassen.

Bis bald.

J.

Dienstag, 19. Juni 2012

ACHTUNDDREISSIG

Ich sitze auf dem Sofa meines besten Freundes, blicke durch den Raum. Ein Sonnenstrahl fällt durch das Fenster, lässt die wabernden Wolken Rauchs ganz deutlich erkennen, das Resultat von zwei brechend vollen Aschenbechern, einer Folge Galileo und irrsinnige Gespräche über Kartoffelpuffer und Klöße.
"Willste eine?" fragt mich Baba, hält seine Schachtel in meine Richtung. Lucky Strike - Ohne Zusätze. Dankbar nehme ich mir eine, krame nach Feuer, steck sie mir an.
Ich inhaliere einen tiefen Zug, spüre den Rauch meinen Hals runterwabern, meine Lungen ausfüllen. Langsam, in den Spiegel blickend, atme ich aus, kleine weiße Wattewolken dringen aus meinem Mund, suchen nach Freiheit, vermischen sich mit dem grauen alten Qualm.
Aus weiß wird grau, Einheitsdreck! schießt es mir durch den Kopf, nehme noch einen Zug, während ich in den Spiegel blicke.
Der Rauch füllt meinen Mund aus, ich öffne ihn, atme ein, atme aus.
Weißer Rauch wird grau.

Dienstag, 12. Juni 2012

SIEBENUNDDREISSIG

3.00 Uhr. Genervt wälze ich mich in meinem Bett hin und her, zwanzigtausend Gedanken durch den Kopf fließend, ich kann keinen richtigen fassen.
Mir wird das Dilemma bewusst,  in dem ich stecke. Diese verdammt verzwickte Situation, ich stelle mir vor, wie ich laufe, immer weiter, ohne zurückzublicken. Weg von all dem Stress, von der Häme, der Falschheit, all dem, was ich nicht mehr ertrage.
Stell dich deinen scheiß Problemen, du bist doch sonst nicht so! antwortet mein Gehirn, dieser logisch und rational denkende Klumpen Eiweiß. Was weiß der schon, wieso höre ich auf ihn, wieso sollte ich auf irgendjemanden hören?
Meine Gedanken schweifen ab, rüber zu meinen Freunden, ihren Problemen. Es werden immer mehr, immer mehr läuft schief, immer mehr gerät aus den Fugen.
Das ist nicht der Plan! will ich schreien, aber ihr Unglück ist auch meines, zieht mich mehr runter, als es meine eigenen Probleme ohnehin schon tun.
Was ist bloß passiert? Was ist mit dem Glücklichseinprinzip? Dem "Young, Wild and Free"-Denken? Warum sind wir nicht mehr lebensfroh?
Warum hilft niemand?
Bin ich allein....

Sonntag, 3. Juni 2012

SECHSUNDDREISSIG

Ich öffne die Augen. Die riesigen Kopfhörer meines kleinen Bruders bilden eine Schallmauer, beschützen mich vor den Geräuschen der Nacht, den fahrenden Autos, das Knallen von Türen, all das, was eine Nacht eigentlich so schön macht.
In Gedanken lasse ich die letzte Nacht Revue passieren.
Bruchstückhaft bilden sich Bildfetzen in meinem Kopf.
Das Gesicht meiner besten Freundin, wie sich mich anlacht, das Pochen meines Herzens im Rythmus der Musik, das Lachen von meinem besten Freund und mir, das Tanzen...
Tanzen, jede Zelle, jede Faser meines Körpers mit Adrenalin vollgepumpt, meine Bewegungen verbinden sich mit dem Beat, ich bin eins mit der Musik. Sie strömt in mich ein, füllt mich aus, gibt mir Kraft.
Ich schmecke die salzige Luft, sehe meine Freunde an, steigere mich in die Musik hinein, schließe meine Augen, tanze.
Die Erinnerungen verblassen, William Fitzsimmons holt mich zurück in meine Welt. Das Telefon klingelt.
Charlie.
Merci pour tout.

Dienstag, 29. Mai 2012

FÜNFUNDDREISSIG

Der Geruch einer grünen Wiese dringt in meine Nase. Ich atme tief ein, schließe die Augen, genieße die Sonnenstrahlen auf der Haut, die sich langsam aber sicher auf meine Arme und Beine einbrennen. Es ist mir egal, dass meine Arme anfangen zu brennen und zu jucken, wen interessiert das schon.
Ich öffne langsam die Augen, trotz Sonnenbrille blenden die Strahlen und ich kneife, erschrocken von der Intensität des Lichts, meine Lider zusammen.
Neben mir sitzt Teddy, klimpert auf seiner Gitarre herum, als würde alles Schlechte auf der Welt von seinen Melodien verdrängt werden.
Aber irgendwie stimmt es. Ich lehne mich zurück, blinzel in die Sonne. Ich fühle mich gut, eindeutig, mir geht es gut.
Verwirrt runzle ich die Stirn, setze mich auf, denke nach, versuche mich zu konzentrieren.
Nein, ich BIN glücklich. Jetzt grad, in diesem Moment, bin ich glücklich.
Ich blicke zu Teddy.
Lass  uns doch noch etwas spielen! bitte ich ihn und er schlägt in die Saiten, ich schließe die Augen, singe leise mit, suche nach Textfetzen, werde stärker, meine Stimme wird lauter, ich bin nicht mehr hier, nicht mehr hier...

Sonntag, 20. Mai 2012

VIERUNDDREISSIG

Der nachfolgende Post soll weder zeigen, dass ich irgendwelche versteckten Gefühle für Alex habe, noch, dass ich die Trennung nicht verarbeitet habe.
Ich möchte nur deutlich machen, dass er nicht allein für alles verantwortlich ist/war, da ich ihn hier ja oft genug als Bösen Buben dargestellt habe. Auch ich habe meinen Anteil zu tragen, und mein Berg ist nicht gerade klein.
Danke.


Ich erwache aus meiner Starre, dieser eiskalten Starre, was habe ich getan, oh Gott, was tue ich da?!
"Ich hasse dich, du bist es nicht wert, meinen Namen auszusprechen, du bist nichts, du bist Dreck!" höre ich eine Stimme sagen, spüre meinen Mund diese Dinge formen, aber das bin nicht ich, das ist nicht das, was ich sagen will.
"Ich liebe dich Alexander! Hör nicht hin, ich bitte dich, hör nicht hin!" schießt es durch meinen Kopf, mein Herz schlägt, mein Blut schießt durch meine Adern, aber kein Ton fährt über meine Lippen.
Nur dein Weinen dringt an meine Ohren, das erstickte Schluchzen dröhnt in meinem Kopf, als wäre jeder Laut ein weiterer Nagel in meinem Kopf.
Benommen nehme ich war, wie sich aus den Tönen Wörter bilden: "Ich kann nicht mehr, Jessica, ich ertrage das nicht mehr!"
Ich schlucke. "Machst du Schluss?"
- "Ja."
- "Schön" antworte ich und höre mein Herz mit deinem brechen, spüre, wie sich die Splitter tief in meine Seele graben.
Oh Gott, was habe ich getan?!

Mittwoch, 16. Mai 2012

DREIUNDDREISSIG

Ich sitze vor dem iPod meines Bruders, kann nicht glauben, was du mir sagst, wie du mit mir umgehst. Ungläubig lese ich mir deinen letzten Kommentar durch. Deine abfälligen Worte, der überhebliche Tonfall, der mitschwingt, ist fast sichtbar. Ich kenne dich. Deine Art, die Bedeutung deiner Wörter, ich kenn alles. Und ich fange an es zu hassen. Ich hasse so viel. Deine Aussage, du könntest nicht mit meiner Krankheit umgehen. Ist das ein Grund, sie zu verschlechtern?! Ist das der Grund, dass ich mir alles von dir gefallen lassen muss?! Ich habe dich nie darum gebeten, mir zu helfen, ich hab dich nur um etwas Rücksicht gebeten. Aber ist selbst das zu viel für dich?! Bekommst du es nichtmal auf die Reihe, nett zu mir zu sein?! Ist das wirklich so schwer für dich?! Willst du mir wehtun? Macht es dir Spaß... Ich habe nichts als Zorn in meinem Kopf, merke, wie mir vor Wut die Tränen kommen, will am Liebsten in dein Gesicht schreien: Ich bin immer noch ich! Du hast mich mal geliebt! Was habe ich dir getan, dass du mir nun so wehtust?!

Montag, 7. Mai 2012

ZWEIUNDDREISSIG

Ich stehe vor dem Fahrstuhl, drücke den Knopf, atme tief ein und trete in die Kabine. Bis nach ganz oben fahre ich, steige aus, blicke nach links zu der bunten Tür. Ich will da nicht rein! schießt es mir durch den Kopf. Alles, jede Faser, jeder Muskel in meinem Körper sträubt sich gegen meine nächsten Schritte. Ich öffne die bunte Tür. "Er wartet schon auf dich." Mit einem kurzen Nicken in Richtung der Sprechstundenhilfe betrete ich das helle Zimmer.
"Hallo Jessica. Deine letzte Sitzung heute, oder?"
"Jap. Worüber wollen Sie mit mir reden?" Ich blicke ihn nicht an, sehe auf den Boden, reib an meinem Handgelenk, ich will ihn nicht ansehen.
"Über deine Arme. Jessica, sag mir, was dich dazu bewegt hat, dir das anzutun." Er beugt sich nach vorn, nimmt mein Handgelenk in seine großen Hände, betrachtet es skeptisch. Ich will nicht drüber reden, will ihm nicht meine Welt erklären müssen, zum tausendsten mal.
"Die erste hier, die ist da, weil ich nicht mehr leben wollte." flüstere ich, immer noch unfähig, seinem eindringlichen Blick Stand zu halten.
"Und die hier?" fragt er mich, mustert auf die feinen Querstreifen auf meinem Arm, die sich wie weiße, feine gemalte Streifen auf meinem Handgelenk abzeichnen.
" Ich wollte nur sichergehen, dass ich noch am Leben bin." meine Augen wandern nach oben, ich sehe seinen erstaunten Blick.
"Wieso? Wie kannst du dir nicht sicher sein, dass du am Leben bist?" Ich höre den überraschten Unterton in seiner Stimme.
"Mein Leben fühlt sich nicht mehr real an." antworte ich.

Mittwoch, 2. Mai 2012

EINUNDDREISSIG

Wir erklimmen die restlichen Stufen der Treppe, sofort fällt mir eine Parkbank auf, ich sehe René an, deute mit dem Kopf kurz in ihre Richtung, er nickt und wir steuern auf sie zu. 
Mit einem erleichterten Seufzen lasse ich mich auf sie fallen, blicke umher. Durch den Sepiaton meiner Sonnenbrille wirkt alles, wie in einem alten 60er Jahre Streifen, ich bilde mir ein, leise Musik im Hintergrund zu hören, ein kurzes Lächeln blitzt über mein Gesicht. Ich blicke wieder auf, sehe rüber zu René und beobachte ihn dabei, wie er zwei Zigaretten dreht, die eine reicht er mir, die andere steckt er sich an. Dankend nehme ich sein Feuer entgegen, lege den Kopf in den Nacken, halte den Zug unnatürlich lange in der Lunge und atme in den Himmel aus. 
Wir fangen an, über unmögliche Dinge zu reden, googlen Begriffe, fühlen uns Hyperultramegaintelligent.
Unser Lachen erzeugt ein Echo an den Kirchenwänden, die Sonne scheint warm vom Himmel, ich spüre ihre Strahlen auf der Haut, obwohl ich im Schatten sitze. 
Nach einer Weile, gefühlt waren es 2 Stunden, aber ich weiß, dass es nur ungefähr 30 Minuten waren, erblicke ich Henne, ich blicke wieder zu René, frage ihn, ob wir uns zurück in die warme Sonne zu den anderen setzen wollen, wir stehen auf, gehen... nein, schlendern zu Henne, Alex und Alena. 
Die warmen Stufen brennen auf der Haut, ich schiebe meinen Hut zurecht, blintzle durch meine Sonnenbrille mit dem 60er Jahre-Sepiaton in Richtung der Anderen, lache mit ihnen. Und zwischen durch denke ich immerzu:
Wie schön das Leben ist. Wie schön einfach.

Freitag, 20. April 2012

DREISSIG

Have faith in me

I said I'd never let you go, and I never did
I said I'd never let you fall and I always meant it
If you didn't have this chance then I never did
You'll always find me right there, again
Draußen in der Nacht, Wolken leuchten hell, die Zigarette glüht, die Kopfhörer in den Ohren, so stehe ich vor meiner Haustür. Ich schließe die Augen, möchte schreien, möchte tanzen, möchte endlich die sein, die ich bin. Demonstrativ ziehe ich an der Kippe, ein tiefer Zug, ich spüre das Brennen im Hals, öffne die Augen und blicke ungläubig in den Himmel. Nicht einmal der Mond ist zu sehen heute Nacht, ich ziehe meinen iPod aus der Tasche, schalte dieses Lied an, das ich bestimmt seit einem Jahr nicht gehört habe.
Melancholie und schöne Erinnerungen machen sich breit.
Ganz laut, auf voller Lautstärke will ich hören, denke ich, drücke, bis es nicht mehr weitergeht und fange an mich zu drehen, die Hände in den Himmel gestreckt, drehe ich mich im Kreis, stampfe auf, fange an zu lachen.
Mein Leben fängt an.

Sonntag, 15. April 2012

NEUNUNDZWANZIG

Ich stehe auf der Bank, fühle die Musik, will einfach nur tanzen, tanzen, alles vergessen. Gönne mir einen großen Schluck von meinem Bier, Astra Rotlicht, natürlich, blicke zu meinen Jungs. Carlos und Alex. Meine zwei Großen, meine Beschützer. Ich kassiere ein Lachen von den Beiden, anscheinend wirkt der Alkohol, ich hatte ganz vergessen, dass ich immer noch tanze.
Mit einem kurzen, bösen, aber nicht ernst gemeintem Blick zu ihnen springe ich von der Bank und fange an mich zu drehen, einmal, zweimal, dreimal, bis mir schwindelig und leicht übel wird.
Taumelnd geh ich zurück zur Bank, setze mich auf die Lehne, die Realität verschwimmt mit der Fiktion.
Alex kommt auf mich zu, nimmt meine Hand, zieht mich hoch, die Musik wird lauter, wir fangen an zu tanzen. Ich liebe es, mit ihm zu tanzen, die sanften Bewegungen, die Drehungen, es wird immer intensiver und ich konzentriere mich immer mehr auf meine Füße, meine Arme, fange an zu lachen, weil ich mir wirklich doof vorkomme.
Im Hintergrund höre ich Carlos leise lachen, ich blicke zu Alex, auch er lacht.
Wir lachen alle.
Weil wir glücklich sind.
Weil dieser Moment Glück ist.

Mittwoch, 11. April 2012

ACHTUNDZWANZIG

Dieses Lied. Dieses eine Lied schafft es, mich komplett runterzuziehen, meine komplette Kraft zu rauben. Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr kämpfen, will untertauchen, loslassen, schlafen und nicht mehr aufwachen.
Diese letzten zwei Wochen waren die schönsten und schrecklichsten zugleich. Kann nicht mehr essen, will nicht schlafen, kann nicht schlafen, liege wach, ein, zwei, drei Stunden.
Ich will mich ablenken, die Gedanken aus dem Kopf kriegen, aber das funktioniert nicht immer.
Und immer wieder dieser Gedanke. Dieser eine scheiß Gedanke, der mir nicht aus dem Kopf geht. Wieso denn nicht einfach tun? Ist doch egal, dann ist es vorbei.
Doch allein die Bilder von David, Alex, Sese, Saan, Charlie und all den Anderen, ihre Tränen, ihre Fragen, das wieso wieso wieso.
Das lässt mich bleiben, lässt mich jedes Mal ein bisschen Kraft schöpfen. Das hält mich hier.

Samstag, 7. April 2012

SIEBENUNDZWANZIG



Ich sitze auf dem Sofa meines besten Freundes, den Laptop vor mir ausgeklappt, in einen seiner Pullis gekuschelt. Auf seinem Bett sitzen er und Alex, auch ihre Laptops auf dem Schoß, vertieft in das Spiel.
Ich blicke rüber. 'Alles klar Schnucki?' fragt Dave. 'Jap, alles in Ordnung Dave.' antworte ich ihm. Ein kurzer Blick zu Alex, ein Zwinkern zurück, blicke ich wieder in Richtung Monitor und mir steigen Tränen in die Augen.
Knapp eine Stunde zuvor, nur ein 'Rutsche' von mir und die zwei verstehen sofort was ich meine.
'Komm rüber!' kommt von David.
'Ach Quatsch, mir gehts gut. Erst in einer halben Stunde wirds wirklich schlimm.' antworte ich ihm.
'Jessi, du musst kommen, Davids Mama weiß jetzt Bescheid und wir haben auch das Sofa schon ausgeklappt.' bekomme ich von Alex zu hören.
Und nun bin ich hier, eingemummelt in Pulli und Decke, will grad etwas sagen, als: 'Jessi, es ist alles gut. Du bist hier bei deinen besten Freunden und wir beschützen dich.'
Ich lächel rüber und danke Gott, dass es so dunkel in dem Zimmer ist, ich merke wie meine Wange feucht wird, bekomme das Lächeln nicht aus dem Gesicht.
Beste Freunde.
Beste.
Beste.
Beste Freunde.

Donnerstag, 5. April 2012

Blogaward

Von der süßen Josie von Crashingfeathers habe ich einen Blogaward verliehen bekommen, ein großes Dankeschön dafür :*

Meine Fragen:

1. Bist du nach etwas süchtig?
Ehrlich gesagt ja. Ich rauche viel und ich lieeebe liebe liebe Berlin Tag & Nacht. Auch wenn die Sendung bescheuert ist, aber ich find sie super :D
2. Was ist deine Lieblingsfarbe?
Grüüüüün, grün grün grün. Ich LIEBE diese Farbe.
3. Was ist deine größte Leidenschaft?
Hm, ich denke erstmal die Musik. Und natürlich auch das Schreiben, es macht mir einfach Spaß, melancholische Scheiße zum Nachdenken zu verfassen, die Menschen anspricht und die sie vielleicht auch nachvollziehen können.
4. Glaubst du an Magie?
Ich weiß nicht wirklich, ob ich an Magie glaube. Klar, ich glaub daran, dass es Geister gibt und dass man die auch irgendwie bestimmt beschwören kann (Womit ich nicht Gläserrücken meine). Aber so Hokuspokuslokus wie bei Harry Potter oder Bibi Blocksberg, Näää.
5. Wenn du unendlich viel Geld hättest, was würdest du damit tun?
Das allererste was ich machen würde, wäre für meine Mädels und mich eine Private Chippendale-Show zu schmeißen, mit Champagner und Erdbeeren in exklusivem Schokomantel. Danach ein Trip nach Berlin für meine Jungs und mich und erstmal ausgiebig shoppen gehen. Und last but not least, mit meinem Gitarristen nach Berlin ziehen und unsere Musikkarriere ankurbeln :D
6. Welche Sprache/n sprichst du?
Also erstmal Deutsch. Dann dazu noch Englisch und Französisch fließend und auf Italienisch, Spanisch, Chinesisch und Russisch kann ich fluchen wie ein Weltmeister.
7. Wo möchtest du unbedingt hinreisen?
Ich bin ein riesen Fan von Großstadtdschungeln, deshalb London, Paris, Mailand, Rom, New York, Los Angeles, Shanghai und Peking. Ich steh auf die Menschen in den Großstädten, die sind immer anders.
8. Gibt es etwas, dass du wirklich hasst?
Naja, bis auf Pilze und all das Ekelgeglibber nur Insekten. Ich HASSE Insekten.
9. Was tust du, wenn es dir sehr schlecht geht?
Ich lege mich in mein Bett, höre traurige Musik, gucke einen traurigen Film und heule.

Ich verleihe der unglaublich tollen Jule von littlejfromtheblog einen Blogaward, weil sie einfach unglaublich nett und lieb ist und ich sie richtig gern hab :)

Meine Fragen an dich:

1. Welche Menschen haben dich am meisten geprägt?
2. Bist du auf der Suche nach irgendetwas?
3. Was ist dein allerliebstes Kleidungsstück?
4. Hattest du als Kind ein Idol, das dir jetzt peinlich ist?
5. Du hast die Möglichkeit, in einem Shop für 1000 € einzukaufen. Welchen würdest du wählen?
6. Was ist dein Lieblingspizzabelag?
7. Was hat dir zuletzt den Atem verschlagen?
8. Was war dein Lieblingsfilm als du klein warst?
9. Welches Obst magst du am wenigsten?
10. Ist es dir wichtig, von jedem gemocht zu werden?

Mittwoch, 4. April 2012

SECHSUNDZWANZIG

iPod in die Hand genommen, lauter gedreht. Auf volle Lautstärke, Kopfhörer rein. Augen zu. Seit 2 Stunden höre ich das gleiche Lied. Und trotzdem klingt es nicht mehr gleich. Vor 2 Stunden hat es mir die beste Laune gemacht, die ein Mensch haben kann, ohne sich mit aufputschenden Mitteln auszuhelfen.
Aber jetzt... Jetzt will ich einfach nur ganz weit weg sein, nicht mehr hier sein, nicht mehr Ich sein. Hätte gern ein anderes Leben, eine andere Identität, einfach nur aus allem raus sein.
'Du übertreibst es. Lass es bleiben. Ich bitte dich.' Immer nur die Stimme meines Paps in meinem Kopf.
Ich bin ein schrecklicher Mensch. Was tue ich ihnen bloß an? Sie haben sich nie mehr als eine normale Tochter gewünscht. Eine, die nicht über die Stränge schlägt, eine, die nicht diese Dinge tut.
Ich denke an meine Mama, denke daran, wie sehr es ihr wehtut, dass wir in so einem schlechten Verhältnis zueinander stehen, wie sehr ich ihr wehtue. Denke daran, wie sehr es sie verletzt, dass ich all diese schlimmen Dinge tue, dass ich mich nicht mehr für die Familie interessiere.
Es tut mir so Leid.

Freitag, 30. März 2012

FÜNFUNDZWANZIG

Farben. Überall Farben. Durchdringend wie nie, leuchten sie in den Raum. Fasziniert starre ich auf die unglaublich grünen Kerzen, die im Schein der Lampe fast vor Intensivität explodieren.
Ich blicke zurück auf den Tisch. Monopoly, gefühlte tausend Gläser, Tee, Mischen, Tabak. Alles was ich sehe sind die Farben.
'Everybody's Starry-Eyed. And Everybody Glows.' singt Ellie Goulding. Der Drum und Bass-Beat perfekt auf ihre Stimme abgemixt. Fasziniert wippe ich zum Rythmus mit, ich will tanzen, will singen, fühlen wie die Erde bebt. Ich sehe mich um, sehe die Jungs konzentriert im Spiel, sehe sie lachen, trinken, rauchen.
Das ist Glück, denke ich mir. Einfach nur genießen, den Moment leben, nicht an Morgen denken müssen. Das Glück liegt im Moment und nicht im Großen und Ganzen.
Glück ist jetzt.

Dienstag, 27. März 2012

VIERUNDZWANZIG


Weil es manchmal einfach nur die Wahrheit ist. 'Viele fragen: Jessica, wie geht es dir?'
Und das einzige, was ich antworten kann ist: 'Gut gut, danke.'
Aber was ist, wenn es nicht so ist? Wenn ich gelogen habe und es in mir einfach nicht so aussieht.
Ich weiß es selbst nicht mehr.

Donnerstag, 22. März 2012

DREIUNDZWANZIG

Zu viert steigen wir die letzten Stufen der Treppen hoch, schlendern an den Läden vorbei. 'Alter Sindl, halt mal deine Fresse jetzt!' knurrst du. Ich kralle mich in Daniels Arm, sehe ihn an. 'Ey, wenn er weiter so einen Hass schiebt, trete ich ihm richtig in den Arsch!' flüstere ich ihm zu.
Daniel fängt an zu lachen, ich blicke kurz zu dir rüber, sehe, wie du die Augenbraue hochziehst.
Was zur Hölle ist bitte dein Problem?!
Passt es dir nicht, dass ich dass ich dabei bin?! Sehe ich etwa so aus, als hätte ich geahnt, dass du mitkommst?
Das war nicht der Plan, aber gut, ich finde das nicht schlimm, ich seh dich immer noch gern, weil ich dachte, wir sind einander noch wichtig.
Aber nein, anscheinend ist dir das mal wieder nicht recht.
Cool, dass du mir das Gefühl von Überflüssigkeit gibst.
Danke.

Montag, 19. März 2012

ZWEIUNDZWANZIG

2 1/2 Jahre. Zweieinhalb Jahre ist es nun her. Du fehlst mir so sehr und es vergeht einfach kein Tag, an dem ich mir die 'Was wäre wenn'-Frage stelle.
Was wäre wenn wir uns nie gestritten hätten? Würdest du dann neben mir auf der Wiese sitzen und eine rauchen?
Was wäre wenn du mir nie gesagt hättest, was du für mich fühlst? Würde ICH dann jetzt das Gleiche fühlen?
Was wäre wenn ich nicht so stur gewesen wäre? Wären wir dann ein Paar, glücklich vereint, niemand könnte uns trennen?
Was wäre wenn du nie gestorben wärst?
Was wäre wenn...

Sonntag, 18. März 2012

EINUNDZWANZIG

Ich sitze in der Sonne, blinzel gegen die Strahlen, ziehe an meiner Zigarette. Dieser Tag, dieser wunderschöne Tag, ich merke richtig wie meine Laune von Sekunde zu Sekunde nach oben steigt, wie eine von den "Hau den Lukas" - Messlatten.
'Ich rauche zu viel' schießt es mir durch den Kopf. Wie um mich von meiner eigenen Dummheit zu überzeugen, ziehe ich noch einmal an meiner Zigarette.
So what we get drunk, so what we smoke weed, we're just havin' fun, we don't care who sees... schallt es aus meinen Kopfhörern, ich dreh auf laut, schließe die Augen, singe laut: Living young and wild and free! als müsste ich die ganze Welt davon überzeugen, müsste ich mich selbst davon überzeugen, von dem, was ich immer schon war, von dem, was ich lange vergessen habe.
Lange, viel zu lange, habe ich vergessen wer ich bin, wie ich bin, was ich bin. Fast verloren gegangen in dem, was ich sein wollte, zu lange vertraut auf das, was ich nicht bin.
Aber jetzt, jetzt werde ich es sein.
Young.
Wild.
Free.

Dienstag, 13. März 2012

ZWANZIG

'Grüß deinen Papa ganz lieb von mir und viel Spaß :). Wie geht es dir eigentlich?'
'Danke, mache ich :) mir geht es bestens :) und dir?'
Einen Monat schon. Einen Monat sind wir getrennt, seit einem Monat nicht gesehen. Aber wir schreiben, wir reden, wir kommunizieren. Ich weiß, früher hätte es mich unglaublich verletzt, dass es dir ohne mich so gut geht, aber ich freue mich. Ich weiß nicht wieso, aber ich freu mich wirklich, weil du mir immer noch so wichtig bist.
Und doch, irgendetwas fehlt. Die Dates, die neuen Leute, es ist nicht mehr dasselbe. Als würde ich einen Ersatz suchen, für etwas, das man nicht ersetzen kann.
Dessen bin ich mir bewusst, ich weiß, dass es in meinen späteren Beziehungen nie so ablaufen wird wie zwischen dir und mir, doch das will ich auch gar nicht. Ich möchte dich nicht ersetzen, niemanden finden, der deinen Platz einnimmt.
Ich möchte jemanden neues finden. Einen ganz anderen Menschen.
Aber nicht jetzt. Jetzt ist nicht die Zeit, es ist zu früh, zu früh um das 'L-Wort' zu sagen, zu früh um zu kuscheln, zu früh für etwas Festes.
Ich möchte Leben.

Sonntag, 4. März 2012

NEUNZEHN

Die weißen und roten Lichter ziehen an mir vorbei, mein Kopf gegen das Fenster gelehnt, starre ich hinaus in die Dunkelheit. Der iPod läuft auf voller Lautstärke, lautlos singe ich mit ' Breaking hearts is what you do for fun, little one. But see I wrote it all down, wrote it all down...' Das Wochenende zieht vor meinem Auge vorbei. Freitag mit Sandra, Kawu, Joscha, Viktor und den Anderen in der Kufa, Samstag mit Charlie und Josie... Heute Hamburg, Tarzan.
Seit einer Woche haben wir nun schon keinen Kontakt mehr. Eine ganze Woche, sieben Tage und ich merke, das, was ich nie für möglich gehalten hätte: Es wird weniger. Langsam, sehr sehr langsam, aber jetzt grade spürbar.
Ich beobachte die Lichter. Eins nach dem anderen verschwindet aus meinem Blickfeld, langsam kommt mir in den Sinn, dass ich dich vielleicht einfach nur schrecklich vermisse.
Das Lied ist zuende, das nächste beginnt, ich schlucke, mein Herz zieht sich zusammen. 'White lips, pale face, breathing in snowflakes...'. Verdammte Scheiße. Ich merke, wie meine Augen feucht werden, lege meine Stirn an die Scheibe, versuche das in meinem Auge wegzublinzeln.
Du fehlst mir so.

Dienstag, 28. Februar 2012

ACHTZEHN

Die Ampel schaltet auf rot, ich drücke auf das Grünmachding, zünde mir eine Zigarette an, nehme einen tiefen Zug, puste den Rauch aus meiner Lunge. Seit zwei Tagen keinen Kontakt mehr. Ich dachte dadurch wird alles leichter, aber das wird es nicht, ich dachte, ich könnte aufhören an dich zu denken, aber das tu ich nicht. Ich will nicht mehr, kann nicht mehr. Ich habe gedacht, dass das mit dir und mir... das bleibt für immer. So wie bei Mama und Papa, aber das tut es nicht. Ich wäre so gern mit dir befreundet, aber ich schaffe es noch nicht. Wie lange es wohl dauern wird? Ich habe gesagt, bis ich die nächste Abiklausur geschrieben hab, der ganze Stress vorbei ist, aber das dauert so lange. Noch eine verdammte Ewigkeit. Und ich bekomm dich einfach nicht aus dem Kopf, bekomm das beschissene Gefühl nicht aus dem beschissenen Herz raus.
Was zum Teufel ist los mit mir, das ist doch sonst nicht meine Art. Da verliebe ich mich ein scheiß Mal und dann passiert mir sowas.
Aber weißt du was? Lieber bin ich es, die leidet, als dass es dir so wehtut wie mir jetzt.
Trotzdem geht mir eine einzige Sache nicht aus dem Kopf:
Vermisst du mich manchmal?
Selten?
Wenigstens ein bisschen?

Sonntag, 26. Februar 2012

SIEBZEHN

'Ich liebe ihn nicht, und er liebt mich nicht mehr. Wir müssen uns erstmal neu kennenlernen. Und wir verstehen uns viel besser, wenn wir nur Freunde sind. Wir haben uns Mittwoch nicht einmal gestritten!'. Meine beste Freundin sieht mich stirnrunzelnd an. 'Willst du mich verarschen? Du liebst ihn und er liebt dich. Ja, ihr habt euch verändert, aber trotzdem liebt ihr euch!' sagt sie. 'Stimmt doch gar nicht.' protestier ich leise. 'Jessica, ich kenne dich.' entgegnet sie.
Sie hat nicht ganz unrecht. Ich weiß, dass du mich nicht mehr liebst. Aber was ist mit mir? Tu ich es, tu ich es nicht...
Wie soll ich wissen was mir durch den Kopf geht, wenn ich doch so viel anderes zu tun habe, darf mich nicht auf dich konzentrieren, muss dich gehen lassen.
'Ich seh ihn die nächsten 2 Monate eh nicht.' antworte ich. 'Jäss, du weißt, dass es das Beste ist, aber denkst du, du hältst das durch?' 'Ich muss ja.' sage ich flüsternd. ' Was bleibt mir denn anderes übrig? Wir schreiben jetzt Abi, da kann ich mich nicht auch noch darum kümmern. Das wird mir einfach zu viel.'
Jedes Mal wenn du online bist, dieses Verlangen, dir zu schreiben, das Verlangen in deiner Nähe zu sein, das Verlangen dich zu küssen. Aber ich kann nicht. Und ich werde nicht.
Für 1680 Stunden, 100800 Minuten, 6048000 Sekunden.
Und nach der letzten Sekunde werde ich dich küssen. Weil ich es will.

Dienstag, 21. Februar 2012

SECHZEHN

Meine Augen werden feucht. Ich merke, wie eine salzige Träne nach der anderen an meiner Wange herunterläuft. Du liegst auf dem Bett, siehst mich nur an. Ich ziehe meine Schuhe an, schnappe mir meinen Cardigan, meinen Schal, meine Jacke. Und du siehst mich nur an. Ich hole ein Blättchen, Filter und Tabak aus meiner Tasche, unterdrücke ein Schluchzen. Und du siehst mich nur an. Schnell rolle ich mir eine Zigarette, stecke sie mir in den Mund, ziehe meine Jacke an, schnappe mir meine Tasche. Ich stehe auf, blicke zu dir rüber, aber du siehst mich nur an. Ich gehe aus dem Zimmer, drehe mich noch einmal um. Da stehst du. Und siehst mich einfach nur an.

Montag, 20. Februar 2012

FÜNFZEHN

Ich liege im Bett. Mac Miller auf laut, keine Lust irgendetwas, irgendjemanden zu hören. Wieso rede ich mit dir überhaupt noch über alles? Ändern geht nicht, ich will aber. Will alles rückgängig machen, will vergessen, will nicht gehört haben. Zu spät. Scheiße man, was macht dich bitte so besonders? Was fasziniert mich bitte so an dir? Wieso bist du so? Ich denke an Valentinstag, mein Herz klopft. Wie schön es war. Kerzen, Essen, nebeneinander liegen, vergessen, dass es da draußen noch andere Menschen ausser uns gibt. Fuck man, wieso denn nicht immer wenn wir uns sehen? Wieso vermisst du mich nichtmal mehr? Was ist bloß passiert mit dir, mit mir, mit uns....
Früher hat das 'wir' gepasst. Aber jetzt bin ich bin ich mir da nichtmehr so sicher.

I just be like fuck you, what you need?
You can't get nothin' from me
You was talkin' shit, now I'm somebody you would love to be
Imma do my thing until the day reaper come for me
You can keep on grillin'
Imma smile back, smile back

Freitag, 10. Februar 2012

VIERZEHN

13.30 Uhr. Ich stehe in der Sporthalle. Kann einfach an nichts anderes denken als: Noch 1 Stunde und 40 Minuten! Ich blicke wieder nach vorn, versuch mich zu konzentrieren, meine Füße gehorchen mir nicht, ich komme aus dem Takt. 'Scheiße' fluche ich leise, blicke nach links und rechts, in der Hoffnung, dass niemand meinen Patzer bemerkt hat. Links grinst mir Sandra ins Gesicht, rechts sehe ich, wie Jana mich auslacht. Ich kann mir das Lachen nicht verkneifen. Sie sind es gewöhnt. Schnell seh ich wieder nach vorne, versuche wieder einzusteigen, aber es will mir nicht gelingen. Schnell blicke ich wieder auf die Uhr. 14.00 Uhr. Langsam gehe ich zurück zu meiner Flasche, trinke einen Schluck, schnappe mir mein Handy, schreibe dir eine kurze Sms. 'Nachricht gesendet' blinkt auf, ich klappe es wieder zu, geselle mich zu meinen Freundinnen. Schnell tanzen wir ein paar Schrittfolgen durch, immer wieder wandert mein Blick unruhig zur Uhr. 14.15 Uhr.... 14.35.... 14.45... Fragend sieht meine beste Freundin mich an. Ich blicke zurück, ziehe eine Braue hoch und lächle, so wie ich es immer tue, wenn es um dich geht. Sie sieht mich an, nickt, fängt an zu lachen. Ich liebe sie dafür, dass sie mich auch ohne viel Gelaber versteht. 15.10 Uhr! 'So, dann entlasse ich Sie nun.' Endlich! Ich renne aus der Sporthalle, in die Kabinen, ziehe mich um, schminke mich nach. Meine Beste kommt mir hinterhergeeilt. 'Du hast auch ein Date, stimmts?' frage ich sie. 'Stimmt.' sagt sie, wir fangen an zu lachen. 15.20 Uhr. Scheiße! Du wartest schon viel zu lange. Schnell verabschiede ich mich von allen, stürme raus, sehe dich. Ich komme dir entgegen, du beugst dich zu mir runter, küsst mich, hebst mich hoch, wirbelst mich durch die Luft.
Und mein Herz bleibt einen Takt lang stehen.

Dienstag, 7. Februar 2012

DREIZEHN

Du hältst mir die Tür auf, ich trete hinaus und eine Wand aus kalter Luft schlägt mir ins Gesicht. Ich seh dich an, lächel, du wechselst die Seite, damit ich nicht am Straßenrand gehe, so wie du es immer tust. Ich spüre wie deine Hand nach meiner greift, sie fest umschließt und du mich an dich ziehst. Du legst deinen Arm um mich und ich rieche dein Parfum, als du dich zu mir beugst und mich auf die Stirn küsst. Ich merke schon wieder, wie ein Lächeln in meinem Gesicht spielt und blicke verlegen zur Seite. Schweigend gehen wir bis zu der Kirche. Doch dann bleibst du auf einmal stehen. Ich sehe dich an. 'Was ist?' frage ich dich. Auf einmal ziehst du mich an dich, wirbelst mich herum, als wär ich eine Ballerina, umschließt mich mit deinen Armen, beugst dich vornüber und küsst mich. Küsst mich so intensiv, wie mich noch nie jemand vor dir geküsst hat. Ich merke, wie sich alle Haare an meinem Körper aufstellen, eine Gänsehaut über mich gleitet. Ich lege meine Hand an deine Wange, löse mich widerwillig von deinen Lippen, öffne die Augen. 'Wow, was war das?' hauche ich. 'Ich wollte dir bloß einen Filmkuss schenken.' lächelst du zurück. Du kennst mich, denke ich. Du kennst mich, wie niemand mich kennt. Du weißt, dass ich mir wünsche, mein Leben wäre wie ein Film und du schenkst es mir.
'Ich liebe dich' sage ich. Und ich weiß, dass du das gleiche dachtest.

Mittwoch, 1. Februar 2012

ZWÖLF

Es ist kalt. Ich öffne die Augen, die Sonne kitzelt mich im Gesicht. Verschlafen blicke ich zum Fenster, es ist auf. Ich spüre deine Arme um mich. Du drückst mich an dich, so fest, als würdest du mich nie wieder gehen lassen wollen. Ich drehe mich um, seh dich an, mein Herz klopft, klopft so unendlich doll. Du öffnest eines deiner Augen, nur ein bisschen, die Sonne blendet dich. 'Hey Schönheit' murmelst du verschlafen. Ich lächel und du lächelst zurück. 'Ich liebe dich' flüstere ich. Du drückst mich an dich, siehst mich an, 'Ich liebe dich auch mein kleiner Stern' sagst du. Mein Herz. Es explodiert, es klopft, es schlägt, es donnert gegen meine Brust. Ich nehme deinen Kopf in die Hände, sehe dir in die Augen, die Augen, die so unendlich faszinierend sind. Grüngraublau, jeden Tag ein wenig anders. Wie schön du bist. Wie unfassbar schön. Ich schließe die Augen. 'Nicht Jessica, ich hab doch noch nicht Zähne geputzt' protestierst du. Aber es ist mir egal. Ich darf jetzt, ich will jetzt, ich kann jetzt.
Und endich spüre ich deine Lippen auf meinen. Und es fühlt sich an wie Feuerwerk.

Donnerstag, 26. Januar 2012

ELF

Es ist dunkel. Ich schalte das Licht im Bad an, drehe die Heizung auf und mache die Dusche an. Ich spüre die Wärme und den Wasserdampf auf meiner Haut, öffne die Tür und steige in mein eigenes kleines Reich. Ich atme ein, einen tiefen Zug und merke, wie jeder einzelne Tropfen meine Haut berührt, schließe die Augen und lasse den Regen auf mich prasseln. Meine kleine Welt. Als ob all meine Sorgen nicht durch meine Tropfenarmee dringen würden. Als würde jeder Einzelne von ihnen gegen meine Ängste kämpfen.
Dann steige ich aus der Dusche. Die Luft sieht aus, als könnte man sie schneiden, dicke Nebelschwaden überall. Ich wickel mich in ein Handtuch, sehe in den Spiegel und erschrecke. Bin das ich? Ernsthaft ich? Was ist passiert? Wieso sehe ich so fertig aus? Ich will so nicht sein. Nein, nie mehr will ich so aussehen. Ich werde es dir zeigen, ich werde es euch allen zeigen. Ich werde mein Leben so leben, wie ich es vor dir getan habe. Und du weißt wie das war.
Du weißt das ganz genau.

Mittwoch, 25. Januar 2012

ZEHN

Freundschaft ist nichtmehr das, was man denkt. Menschen, von denen man gedacht hat, sie stehen hinter einem, enttäuschen einen mehr, als man es von ihnen erwarten könnte.
Wieso braucht man Freunde wie diese. Und wieso hab ich 'Freunde' wie diese.
Hab ich denn nicht auch ein bisschen Glück verdient?

Sonntag, 22. Januar 2012

NEUN

Wir sitzen in der Eingangshalle unseres Hauptbahnhofes. Du, Saan, Carlos, Lukas und ich. Ich habe meine Arme um dich gelegt, sitze auf deinem Schoß, mir ist eiskalt. Du umarmst mich, weil du spürst, wie ich zitter. Ich seh dich an und muss lachen. Die anderen steigen ein, nur du siehst mich fragend an. Wie bescheuert du aussiehst, so betrunken, irgendwie verletzlich. Ich umarme dich fester, das Gefühl dich vor der Welt und der Kälte beschützen zu müssen, kommt in mir hoch. Aber ich bin so müde, so unerträglich müde. Wir stehen auf, verabschieden uns von den Anderen und machen uns auf den Weg zu dir. Als wir am Marienfriedhof ankommen, bleibe ich stehen. 'Da gehe ich nicht durch Alex, ich hab Angst.' Mit großen Augen sehe ich dich an. 'Brauchst du nicht, ich bin ja da, wenn wer kommt, dann mach ich Bääm, und du machst auch Bääm.' Nuschelst du und nimmst meine Hand, ziehst mich vorsichtig in das Dunkel. Überall Pfützen, ich fühle mich wie Indiana Jones, als ich über eine Größere springe. Ich höre ein Rascheln, kralle mich in deinen Arm. Du bleibst stehen, drehst dich um und siehst mich an. 'Bäm' sagst du und ich fange an zu lachen, gehe weiter, immer hinter dir.
Als ich die Lichter des Tunnels entdecke, fällt mir ein Stein vom Herzen. Geschafft.

Donnerstag, 19. Januar 2012

Einer der intelligentesten Menschen die ich kenne, hat mal zu mir gesagt:

Halt am Faden des Lebens fest.
Hälst du ihn zu locker, dann lässt du ihn los, und er fliegt mit einem Ballon davon.
Das ist der Grund, warum sich manche Menschen ritzen.
Sie wollen den Faden loswerden.


Montag, 16. Januar 2012

ACHT

Du sitzt mir gegenüber an diesem Tisch in diesem Café, das so klein und schnuckelig ist. Ich seh dich lächeln und mir geht es gut.
Wir haben es geschafft! Will ich schreien. Wir haben es geschafft. Wir sind Freunde. Du und ich, ich und du. Endlich.
Ich hab es durchgehalten für dich. Diese Tage, an denen du einfach so scheiße drauf warst. Ich hab es überstanden genau für das jetzt.
Es geht mir gut. Ich möchte es dir ins Gesicht sagen, ich will es in die Welt schreien. Oh verdammt, ich bin so verdammt glücklich grad!
Ich wusste, dass es so wird, ich hab es immer gewusst. Wir können nicht ohne einander.
Du und ich. Wir sind gemacht, um beste Freunde zu sein.
Danke. Du hast mich gerettet.

Sonntag, 15. Januar 2012

SIEBEN

Drei so unglaublich wichtige Männer in meinem Leben:

Alex, David & Sese.

Ich liebe euch ihr Süßen ♥
Jungs, an den drein müsst ihrvorbei zu meinem Herz!

Samstag, 14. Januar 2012

SECHS

Es wird Zeit für ein neues Leben.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Meilleur.

Dieser Post geht an einen ganz besonderen Menschen. An jemanden, der mich aufgefangen hat, wenn es mir schlecht ging, der mir Mut macht und mich immer wieder dazu bringt, all meine Sorgen zu vergessen und mich zum Lachen bringt.
Diese besondere Person hat ein unglaublich großes Herz und ich bin so stolz darauf, mich seine beste Freundin zu nennen.
Ich kenne echt niemanden auf der Welt, der so ein ehrlicher, loyaler, liebenswerter, wunderbarer, hübscher, verrückter und toller bester Freund sein kann, wie er.
Er heißt David. Und er ist seit knapp 1 1/2 Jahren mein bester Freund.
Danke, Dave, dass es dich gibt. Danke für deine Unterstützung. Danke, dass du mich in- und auswendig kennst.
Ich liebe dich, bester Freund auf der großen weiten Welt.
Du bist wunderbar ♥




Dienstag, 10. Januar 2012

I am the girl who destroyed her life.
Too cool for you.
Deal with that.

Sonntag, 8. Januar 2012

FÜNF

Ich komme grad von dir. Laufe über die Straße. Es ist mir egal ob ein Auto kommt oder nicht. Was hab ich denn schon großartig zu verlieren?
Wieso, wieso, wieso? Wieso kann ich diesen Teil meines Lebens nicht einfach überspringen? Wieso kann ich nicht an den Punkt gehen, wo ich wieder glücklich bin. Wo jedes verfickte Lachen nicht einfach nur ein Fake ist, damit sich niemand Sorgen macht.
Wieso kann ich dich den Leuten nicht mit den Worten vorstellen: ' Das ist der Vater meiner zukünftigen Kinder'?
Wieso kann ich nicht einfach deine Hand halten und dich ansehen, so lange ich will?
Wieso kannst du meinen Kopf nicht in deine Hände nehmen, mich küssen und mir sagen: 'Es ist alles okay, kleiner Stern'?
Gott, was bin ich bloß für ein Mensch?
Jaja, viele Menschen sind durch sowas gegangen. Aber was soll ich tun? Einfach nur leben, als wäre das zwischen uns nie passiert?
Wie sehr ich im Moment wünschte, es wäre so. Wir wären nie zusammen gewesen. Dafür ist das Ende zu hart.

Mittwoch, 4. Januar 2012

VIER

Ich möchte neu sein. Ich möchte so sein, wie du mich immer haben wolltest. Ich möchte mich selbst entdecken.
Heute kommt der erste Schritt. Mein Piercing. Das verfickte Piercing, das du so sexy findest. Ich werd es mir gönnen. Ich werde mir endlich mal selbst was Gutes tun.
Wie wärs mit blondem Undercut. Ich will, ich möchte. Aber du stehst nicht drauf. Und ich trau es mir nicht zu. Blonde kurze Haare. Blond.... Blond....
Fuck it. Erst das Piercing.
Das Lippenpiercing.
Und dann werde ich dich ansehen und du wirst wissen, dass du mich nie wieder haben wirst.
Denn ich bin frei. FREI.

Dienstag, 3. Januar 2012

DREI

Es ist abends. Ich sitze auf einem der bequemsten Stühle, die es im Wohnzimmer gibt, rauche eine und seh aus dem Fenster.
Ich spüre deinen Blick, seh dich an. Nein, ich will dich nicht ansehen. Will nicht sehen, was kaputt ist. Ich will nicht wissen wieso du so zu mir bist. Ich hab es kaputt gemacht, ich weiß. Aber du weißt wieso und du machst es schlimmer. Mit jedem deiner abfälligen Kommentare machst du es schlimmer. Jedes dieser scheiß Worte aus deinem Mund. Wie ich mir vorkomme. Gott, bin ich nicht mehr wert als irgendeine Nutte für dich oder wieso redest du so mit mir?!
Wieso kannst du denn nicht nur für eine Sekunde anhalten, nachdenken, nett sein.
Bittebittebitte. Nur einen kleinen Moment. Nur für einen Wimpernschlag.
Ich weiß, ich war dir nie die perfekte Freundin.
Aber bitte, lass mich die elf Monate nicht bereuen.

Montag, 2. Januar 2012

ZWEI

Ich liege auf deinem Bett, sehe zum Fernseher, spiele an deinem iPod herum. Du hängst an deinem Handy. Die ganze Zeit. Es gibt nur dich und dein Handy. Soll ich gehen? Bin ich überflüssig geworden oder was?
Ich seh dich an. 'Was ist?' fragst du stirnrunzelnd. Ich sehe mich um, suche einen Grund, weshalb ich dich angesehen habe. 'Deine Lampe.' antworte ich und fange an zu lachen. Ich weiß, es war nicht witzig, aber was soll ich tun? Soll ich dir sagen, dass ich dich ansehe, weil du mir etwas bedeutest? Weil ich viel für dich fühle? Weil ich dich... Nein, oh Gott, das wirst du nie wieder von mir hören. Nie wieder.
Ich kann nicht.
Wir sind nicht für eine Beziehung gemacht. Du bist nicht für die drei Worte gemacht.
Ich lege mein Kopfkissen neben dich, schmeiße mich drauf, schließe die Augen. Auf einmal merke ich deine Hände auf meinem Kopf. Ich merke wie du mich kraulst, ich liebe das. Hör nie auf, denke ich.
Aber dann vibriert wieder dein Handy.
Und ich bin nichtmehr wichtig.

Sonntag, 1. Januar 2012

EINS

Es ist dunkel. Überall Geknalle, Lichter. Da stehst du und mir wird schlecht. Es war klar, dass du bei ihr stehst. Ich versuch dir in die Augen zu sehen, werde aber angestoßen. Ein Pärchen, oh, natürlich. Links Pärchen, rechts Pärchen. Wo bin ich hier gelandet?
Ich brech durch die Menge, sehe einen guten Freund, stürze fast auf ihn zu. Ich wuschel ihm durch die Haare, ich liebe das. Sehe ihn an, sehe zu dir rüber. Es ist mir egal. Du bist mir egal. Irgendwie.... Neinneinneinnein.
Ich setze mich neben ihn. Sehe ihm zu, wie er sich eine dreht, aber aus den Augenwinkeln beobachte ich dich. Gott, wie mich das nervt.
Ich nehm mir eine Zigarette, zünde sie an und blase den Rauch in den Himmel. Ein Tropfen fällt mir aufs Gesicht. Nein, kein Regen, bitte nicht. Aber eigentlich wäre es mir egal. Ich nehm noch einen Zug und seh mir die Wolken an. Hässliche rosa Flauschewolken. Und dann seh ich sie. Diese kleine graue Wolke inmitten der gut gelaunten rosa Partywolken. Meine Wolke. Und ich frage mich:
Bin ich es, die die Wolken formt?