Mittwoch, 2. Mai 2012

EINUNDDREISSIG

Wir erklimmen die restlichen Stufen der Treppe, sofort fällt mir eine Parkbank auf, ich sehe René an, deute mit dem Kopf kurz in ihre Richtung, er nickt und wir steuern auf sie zu. 
Mit einem erleichterten Seufzen lasse ich mich auf sie fallen, blicke umher. Durch den Sepiaton meiner Sonnenbrille wirkt alles, wie in einem alten 60er Jahre Streifen, ich bilde mir ein, leise Musik im Hintergrund zu hören, ein kurzes Lächeln blitzt über mein Gesicht. Ich blicke wieder auf, sehe rüber zu René und beobachte ihn dabei, wie er zwei Zigaretten dreht, die eine reicht er mir, die andere steckt er sich an. Dankend nehme ich sein Feuer entgegen, lege den Kopf in den Nacken, halte den Zug unnatürlich lange in der Lunge und atme in den Himmel aus. 
Wir fangen an, über unmögliche Dinge zu reden, googlen Begriffe, fühlen uns Hyperultramegaintelligent.
Unser Lachen erzeugt ein Echo an den Kirchenwänden, die Sonne scheint warm vom Himmel, ich spüre ihre Strahlen auf der Haut, obwohl ich im Schatten sitze. 
Nach einer Weile, gefühlt waren es 2 Stunden, aber ich weiß, dass es nur ungefähr 30 Minuten waren, erblicke ich Henne, ich blicke wieder zu René, frage ihn, ob wir uns zurück in die warme Sonne zu den anderen setzen wollen, wir stehen auf, gehen... nein, schlendern zu Henne, Alex und Alena. 
Die warmen Stufen brennen auf der Haut, ich schiebe meinen Hut zurecht, blintzle durch meine Sonnenbrille mit dem 60er Jahre-Sepiaton in Richtung der Anderen, lache mit ihnen. Und zwischen durch denke ich immerzu:
Wie schön das Leben ist. Wie schön einfach.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen