Mittwoch, 18. Juli 2012

VIERZIG

Der Monitor verschwimmt vor meinen Augen, Facebook-blau und Facebook-weiß vermischt sich zu einer unidentifizierbaren Masse. Jeder deiner Sätze schneidet ein Stück aus mir heraus, jedes Wort trieft vor Abwertung, Desinteresse, mir wird so schlecht.
Meine Fingernägel bohren sich in meine Handflächen, immer tiefer, aber ich spüre nichts. Kleine rote Halbmonde formen sich, fangen an zu brennen.
Komm mal klar Jessi.
Klar kommen... Wie soll ich klar kommen, wie einen klaren Gedanken fassen, wenn du nicht verstehst, wie sehr du mich verletzt, was deine Sätze in mir auslösen, wie sie mir die Luft nehmen, mich agressiv und so unglaublich traurig zugleich machen. Tu du mir doch bitte nicht auch noch weh! will ich schreiben, aber meine Finger beenden schon den letzten Satz: Gut, dann viel Spaß noch in Zukunft.
Ich schließe die Augen, krümme mich, alles tut weh, will mich nicht bewegen, alles tut weh.
Die Kapuze über den Kopf gezogen kauer ich vor meinem Laptop, fünf Minuten, eine halbe Stunde, ein gesamtes Leben, ich weiß es nicht. Mein Zeitgefühl lässt mich im Stich, meine Welt dreht sich, als hätte ich eine Flasche Wodka getrunken, komm mal klar dröhnt in meinem Kopf, schwirrt umher, dringt in jede Zelle, fließt durch jede Nervenbahn.
Wenn du wüsstest! will ich dir entgegenschreien. Gott, wenn du wüsstest!.
Aber du weißt nicht. Du weißt nichts.

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